Die Milch Lüge

 

Der Mensch ist das einzige Lebewesen auf der Welt, das von einem anderen Lebewesen die Muttermilch trinkt.

Oder kennen Sie ein Tier, welches von einem anderen Tier/Lebewesen die Muttermilch trinkt?

Dr. Norman Walker beschreibt kurz und knapp den Sinn der Kuhmilch: „Nun aber enthält Kuhmilch dreimal so viel Kasein als Muttermilch; sie soll ein Kalb zu einem Gewicht von etwa 750 Kilo im Reifezustand heranwachsen lassen. (Anmerkung: Je nach Rasse zwischen 20 und 30 Monaten) Kein Bauer, der bei Sinnen ist, gibt jedoch seinen ausgewachsenen Kühen Milch als Futter.“

 

Wieso trinken wir, nachdem wir die Muttermilch bekommen haben, weiterhin Milch und vor allem warum Artfremdes?

 

„Milch macht müde Männer munter“ oder „Milch ist meine Stärke“ – Viele Sprichworte und Werbeslogans haben sich in unserem Gehirn manifestiert. Viele Menschen verbrauchen erhebliche Mengen an Milch und / oder Milchprodukten für den vermeintlichen Aufbau starker Knochen, die Prävention vor Osteoporose oder für den täglichen Genuss. Studien, u.a. aus Schweden, Australien oder Amerika, belegen jedoch, dass der Milchkonsum eher das Frakturrisiko bis zu 56% steigert, statt den Knochen zu stärken! „Die Regulation des Säure- Basen- Haushalts erfolgt über ein ausgeklügeltes Puffersystem. Dieses System ist sehr leistungsfähig. Doch wird es überfordert, mobilisiert der Körper Minerale, die aus dem Knochen herausgelöst werden – das hat Osteoporose zur Folge.“ so Prof. Dr. Michalsen von der Charite Berlin. Und weiter: „Aufgrund der Säure, die Milch im Körper erzeugt, übersteigt der Kalziumabfluss bei Weitem das Kalzium, das man zuführt. Milchprodukte haben also eine negative Kalziumbilanz und sind keine Osteoporosetherapie.“

 

Die Stiftung ProVegan von Dr. med. Ernst Walter Henrich listet auf seiner Homepage über 160 Studien und wissenschaftliche Belege über die gesundheitsschädlichen Wirkungen der Milch. Auch der amerikanische Arzt Dr. Greger zitiert zahlreiche Studien auf seiner Homepage und beschreibt in seinem Buch, wieso Milchprodukte Ursache für zahlreiche Erkrankungen sind. Dr. med. Henrich empfiehlt „das Risiko von Osteoporose vermindern, indem Sie in Ihrer Ernährung Natrium reduzieren, vermehrt Obst und Gemüse verzehren, Sport machen und für eine angemessene Kalziumzufuhr aus pflanzlicher Nahrung sorgen (z. B. Grünkohl, Brokkoli und anderes grünblättriges Gemüse und Bohnen).“

 

Neben dem Mythos, dass Milch den Knochen stark macht, kommt Dr. Med. Henrich nach den Auswertungen der vielen Studien auch zu weiteren Erkenntnissen: Der Fettgehalt in Milch fördert neben Herz-Kreislauf-Erkrankungen auch Krebs. Die Universität Oxford konnte bei Männern bei einer täglichen Zufuhr von nur 35 g Milcheiweiß aufzeigen, dass das Risiko für Prostatakrebs um 32 % stieg. „Kasein, das 87 % des in der Kuhmilch enthaltenen Proteins ausmacht, ist das bedeutendste Karzinogen (Krebsförderer) in unserer Nahrung.“  so Professor Dr. T. Colin Campbell Herausgeber von China Study. Auch bei Brust- und Eierstockkrebs gibt es einen Zusammenhang zu Milchprodukten, was vermutlich auf der Erhöhung eines Hormons (IGF-I) beruht, welches in der Kuhmilch enthalten ist. Ca. 65 % der Östrogene, die mit der Nahrung aufgenommen werden, stammen aus Milchprodukten und sind ein Risikofaktor für Krebs.

 

Und auch Dr. Norman Walker warnt vor dem artfremden Eiweiß, denn „Außer in seltenen Fällen, ist Milch als menschliche Nahrung ungeeignet, da sie den Organismus mit Schleim verstopft. Dieser Schleim bleibt gewöhnlich in den Stirnhöhlen, in den Atemorganen und in vielen anderen lebenswichtigen Teilen des Körpers stecken.“

Akne, Diabetes Typ I und II, Multiple Sklerose, Parkinson, Demenz oder Rheuma- diese und weitere Erkrankungen können durch den Konsum von Milchprodukten und anderen säurehaltigen Lebensmittel (mit-)verursacht werden. Prof. Dr. Michalsen sieht die Übersäuerung als wesentlichen Grund für die Ausprägung der akuten oder chronischen Erkrankungen. „Ein Säureüberschuss im Körper wird mit zunehmendem Alter ein Problem, weil die Funktionsfähigkeit der Nieren abnimmt und damit die generelle Pufferkapazität. Kommen noch andere Faktoren hinzu, etwa chronische Entzündungen und überwiegend säurebildende Nahrungsmittel, sind gesundheitliche Schäden möglich.“

 

Zahlreiche Studien legen auch bei der Verunreinigung der Milch den Finger in die Wunde. “Laut einer Untersuchung des Schweizer Bundesamts für Gesundheit (BAG) stammen 92 % aller Giftstoffe in der Nahrung (Dioxine und PCB) aus Tierprodukten. Größter einzelner Lieferant für Giftstoffe sind Milch und Milchprodukte mit 54 %!“

Dr. med. Henrich sieht zwei Gründe, wieso es unter Medizinern und Ernährungswissenschaftler unterschiedliche Stellungnahmen gibt:

„1. Ernährungswissenschaftlern und nicht wissenschaftlich tätigen Medizinern fehlen die Kenntnisse zu den Studien…“

2. Durch die Zusammenarbeit von Ernährungswissenschaftlern mit der Lebensmittelindustrie entstehen erhebliche wirtschaftliche Interessenkonflikte, die natürlich eine Veröffentlichung kritischer Aspekte gesundheitsschädlicher Nahrungsmittel durch die Ernährungswissenschaftler so gut wie ausschließt. Es ist sehr unwahrscheinlich, dass die Nahrungsmittelindustrie mit einem Wissenschaftler weiterhin zusammenarbeitet, der sich kritisch über die Nahrungsmittel dieser Industrie äußert. Das ist das Prinzip der legalen Korruption.“

 

Auch Dr. med. M.O. Bruker verweist in seinem Buch darauf, dass das Ernährungsfach an den Lehrstühlen nicht gelehrt wird und „schätzungsweise 97 Prozent der Ärzte noch der veralteten Ansicht, ein Mensch könne ohne tierisches Eiweiß nicht gesund und leistungsfähig sein. Hier einen Wandel zu schaffen, ist ein mühseliges Unternehmen…“.

Es gibt mittlerweile, ob im Discounter oder im Bioladen zahlreiche pflanzliche Alternativen. Egal ob Hafer- oder Mandelmilch, Lupinen- oder Kokosjoghurt sowie veganen Käse auf Mandel- oder Kokosölbasis, es gibt viele leckere und gesunde Alternativen. Probieren Sie es doch einfach mal aus und tuen Sie Ihrer Gesundheit etwas Gutes.

 

Seien Sie lieb gegrüßt,

Stephan Wille

 

Literatur:

Dr. Michael Greger (2016), How NOT TO DIE, Unimedica ein Imprint der Narayana Verlag

Michael Greger, M.D. FACLM, [online] https://nutritionfacts.org/?s=milk [08.06.2020]

Dr. Norman Walker (1993), Auch sie können wieder jünger werden, Goldmann Verlag

Prof. Dr. Andreas Michalsen (2019), Heilen mit der Kraft der Natur, Insel Verlag

Dr. med. M. O. Bruker (1992), Biologischer Ratgeber für Mutter und Kind, Emu Verlag

DR. MED. HENRICH PROVEGAN STIFTUNG (2015), Milch und Milchprodukte machen krank – kleine Zusammenfassung der gesundheitlichen Schädigungen durch Milchprodukte, [online] https://www.provegan.info/de/studien/studien-osteoporose/milch-und-milchprodukte-machen-krank-kleine-zusammenfassung-der-gesundheitlichen-schaedigungen-d-1/  [08.06.2020

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